Anzeichen für Legasthenie im Schulalter

Haben Sie bereits beobachtet, dass ihr Kind Schwierigkeiten beim Erlernen des Schreibens und/oder Lesens hat? Haben Sie oder eine andere Person wie z.B. der/die Lehrer/in ihres Kindes den Verdacht, dass es sich um Legasthenie handelt?

Ich habe einige Merkmale angeführt, die bei legasthenen Kindern auftreten können, diese sind in Form von Fragen aufgelistet. Wenn Sie mehrere der folgenden Fragen mit “Ja” beantworten, dann ist es wichtig, dass Sie den Verdacht abklären lassen:

  • ihr Kind zeigt größere Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens?
  • ihr Kind zeigt eine zeitweise Unaufmerksamkeit bei Beschäftigung mit Buchstaben- oder Zahlensymbolen?
  • ihr Kind vertauscht häufig Buchstaben z.B. b und d? Ihr Kind fügt Buchstaben hinzu oder Buchstaben werden ausgelassen?
  • ihr Kind schreibt geläufige Wörter falsch/schreibt im gleichen Text Wörter unterschiedlich (z.B. statt spielen – spilen, spiellen)?
  • ihr Kind zeigt ein verzögertes Merkvermögen bei Buchstaben/Wörtern?
  • ihr Kind zeigt Schwierigkeiten beim Erinnern von Reihenfolgen z.B. Wochentage?
  • ihr Kind hat Probleme beim genauen Abschreiben von der Tafel/aus dem Lehrbuch?
  • ihr Kind beansprucht bei Schreibarbeiten überdurchschnittlich lange Zeit, reibt sich die Augen, blinzelt, äußert Sehprobleme?
  • ihr Kind macht fortlaufende Fehler beim Lesen?
  • ihrem Kind fehlt das Leseverständnis?
  • ihr Kind liest oft falsch oder unzusammenhängend?

Legasthenietraining im Schulalter

Das Training legasthener Kinder im Schulalter setzt bei den drei Bereichen an, bei denen sich Schwierigkeiten zeigen.

  • zeitweise Unaufmerksamkeit beim Schreiben und Lesen
  • differente Sinneswahrnehmungen (im optischen, akustischen oder räumlichen Wahrnehmungsbereich)
  • individuelle Fehlersymptomatik beim Lesen und Schreiben

Merkmale und Ablauf des Trainings:

Bevor mit dem Training begonnen wird, wird mit einem standardisierten pädagogischen Test (AFS- Test) festgestellt, ob und in welchem/n Sinneswahrnehmungsbereich/en ihr Kind Probleme zeigt und ob eine zeitweise Unaufmerksamkeit bei der Beschäftigung mit Symbolen vorhanden ist. Gemeinsam mit den gewonnen Informationen aus dem Anamnesegespräch und der Analyse der Schriftproben aus den Schulheften ihres Kindes (sowie ggf. den Ergebnissen aus einem Lese-Rechtschreibtest, wird, falls sich der Verdacht der Legasthenie bestätigt, ein Trainingsplan erstellt, der individuell auf ihr Kind abgestimmt ist.  

Das Training erfolgt dann nach der sogenannten AFS-Methode und setzt bei den zuvor genannten drei Bereichen an, wo legasthene Kinder Schwierigkeiten zeigen:

Aufmerksamkeit

Das heißt es werden Übungen zur Aufmerksamkeitssteigerung durchgeführt und erlernt. Es ist von großer Bedeutung, dass das Kind lernt, die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken, wenn es schreibt oder liest.

Funktionen

Mit Funktionen sind die Sinneswahrnehmungen gemeint. In jeder Stunde finden Übungen und Spiele zur Verbesserung der Sinneswahrnehmungen statt (je nach dem wo die Schwierigkeiten ihres Kindes liegen – Optik, Akustik und/oder Raumwahrnehmung). Diese werden gezielt ausgesucht und individuell auf die spezifische Problematik des Kindes abgestimmt.

Symptom

Gemeint ist die individuelle Fehlersymptomatik – Die Förderung setzt in den Bereichen an wo das Kind Schwierigkeiten zeigt z.B. beim flüssigen Lesen, beim Verwechseln ähnlich aussehender Buchstaben, der fehlerhaften Groß- und Kleinschreibung.

Bei der Förderung kommen unterschiedliche Materialien und Techniken, in Form von (Lern-)spielen und Übungen zum Einsatz. Auch Übungen und Spiele am Computer sind Bestandteil des Trainings, da die Arbeit am Computer enorm zur Motivation der Kinder beiträgt und außerdem den Bedürfnissen legasthener Kinder sehr entgegen kommt (weil z.B. große, deutliche Buchstaben, verschiedene Schriftarten und Buchstaben auf der Tastatur immer an derselben Stelle).

Es kann auch vorkommen, dass Kinder sowohl von Legasthenie, als auch von Dyskalkulie betroffen sind. In diesem Fall werden in jeder Trainingsstunde die Aufmerksamkeit und die jeweiligen Sinneswahrnehmungsbereiche gefördert (da diese sowohl bei Legasthenie, als auch bei Dyskalkulie betroffen sind). Abwechselnd wird in den Stunden einmal am Symptombereich der Legasthenie und das andere Mal am Symptombereich der Dyskalkulie gearbeitet.

Setting:

Da das Legasthenietraining ab dem Schulalter individuell auf ihr Kind und die Schwierigkeiten die es hat, abgestimmt wird, findet das Training im Schulalter nur im Einzeltraining statt (spätestens ab der 2. Klasse Volksschule).

 

Frequenz des Legasthenietrainings:

Das Legasthenietraining in der Praxis sollte mindestens einmal pro Woche stattfinden. Darüber hinaus ist es wichtig, 10-20 Minuten täglich für das Training zu Hause einzuplanen. Für das Training zu Hause bekommen Sie von mir die Unterlagen und Materialien zu Verfügung gestellt.

Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren wollen, freue ich mich auf Ihren Anruf oder eine Nachricht per e-mail (-> Kontakt).