ENTSPANNUNG UND KONZENTRATION BEI KINDERN

Zur Ruhe kommen. Aufmerksamkeit stärken.

Kinder erleben im Alltag unterschiedliche Anforderungen. Schule, Familie und soziale Situationen können manchmal anstrengend oder belastend sein.

Manche Kinder haben Schwierigkeiten, nach einem aufregenden Tag zur Ruhe zu kommen, ihre Aufmerksamkeit über längere Zeit auf eine Aufgabe zu richten oder mit Frustration umzugehen.

Entspannungsübungen und altersgerechte Strategien zur Aufmerksamkeitssteuerung können Kindern helfen, ihren Körper besser wahrzunehmen, mit Anspannung umzugehen und passende Pausen zu gestalten.

Jedes Kind entwickelt sich anders

Lebhaftigkeit, Ablenkbarkeit und ein unterschiedlich ausgeprägtes Ruhebedürfnis gehören zur kindlichen Entwicklung. Nicht jede Konzentrationsschwierigkeit ist behandlungsbedürftig.

MÖGLICHE THEMEN IM ALLTAG

Wann kann Unterstützung hilfreich sein?

01

Unruhe und Anspannung

Wenn es einem Kind häufig schwerfällt, nach belastenden Situationen wieder zur Ruhe zu kommen.

02

Aufmerksamkeit und Ausdauer

Wenn Ablenkbarkeit und Schwierigkeiten, bei einer Tätigkeit zu bleiben, den Alltag beeinträchtigen.

03

Stress und Überforderung

Wenn schulische oder alltägliche Anforderungen häufig als belastend erlebt werden.

04

Umgang mit Frustration

Wenn ein Kind Unterstützung dabei benötigt, Gefühle wahrzunehmen und angemessen mit schwierigen Situationen umzugehen.

INDIVIDUELL HINSCHAUEN

Nicht jede Schwierigkeit braucht ein Training.

Konzentrationsprobleme können viele unterschiedliche Ursachen haben. Beispielsweise können Schlaf, Belastungen, Lernschwierigkeiten oder Aufmerksamkeitsstörungen eine Rolle spielen.

Wenn Schwierigkeiten deutlich ausgeprägt sind oder über längere Zeit bestehen, ist es sinnvoll, zunächst den individuellen Bedarf abzuklären.

Wichtig ist die passende Unterstützung.

Entspannungs- und Konzentrationsübungen können hilfreich sein, ersetzen aber bei Bedarf keine weiterführende Diagnostik oder Behandlung.

INDIVIDUELLE ANFRAGEN

Unterstützung auf Anfrage

Aktuell finden keine Gruppenangebote für Entspannung und Konzentration statt.

Eine individuelle Förderung im Einzelsetting ist auf Anfrage und bei freien Kapazitäten möglich. Gerne können Sie unverbindlich anfragen.

ANREGUNGEN FÜR DEN FAMILIENALLTAG

Kleine Übungen. Große Entdeckungen.

Entspannung und Aufmerksamkeit lassen sich auf unterschiedliche Weise im Alltag unterstützen. Oft braucht es dafür weder besondere Materialien noch aufwendige Vorbereitungen.

Entscheidend ist, dass die Übungen zum Alter, zum Entwicklungsstand und zu den Interessen des Kindes passen. Sie sollen Freude machen und keinen zusätzlichen Leistungsdruck erzeugen.

01 ATEM UND ENTSPANNUNG

Ruhig werden mit dem Atem

Spielerische Atemübungen können Kindern helfen, ihren Atem wahrzunehmen und eine kurze Ruhepause einzulegen.

Übung: An einer Blume riechen

Das Kind stellt sich eine duftende Blume vor. Es atmet sanft durch die Nase ein und anschließend langsam wieder aus – ganz ohne Anstrengung.

Das wird angesprochen: Atemwahrnehmung und bewusstes Innehalten
02 KÖRPERWAHRNEHMUNG

Anspannung und Entspannung spüren

Kinder können spielerisch entdecken, wie sich Anspannung und Entspannung im eigenen Körper unterschiedlich anfühlen.

Übung: Die Zitrone

Das Kind stellt sich vor, in jeder Hand eine Zitrone zu halten. Es drückt die Hände kurz zusammen und lässt anschließend wieder locker.

Gemeinsam wird nachgespürt: Wie fühlen sich die Hände jetzt an?

Das wird angesprochen: Körperwahrnehmung und Erkennen von Anspannung
03 AUFMERKSAMKEIT

Genau hinsehen und hinhören

Kleine Such- und Wahrnehmungsspiele können Kinder dazu anregen, ihre Aufmerksamkeit bewusst auf eine Aufgabe zu richten.

Übung: Was hat sich verändert?

Einige Gegenstände werden auf einen Tisch gelegt. Das Kind schaut sie sich an, schließt kurz die Augen und ein Gegenstand wird verändert oder entfernt.

Was ist jetzt anders? Die Schwierigkeit wird dem Kind angepasst.

Das wird angesprochen: Gezieltes Beobachten und Aufmerksamkeitslenkung
04 BEWEGUNG UND PAUSEN

Bewegung bewusst nutzen

Nicht jedes Kind entspannt sich durch ruhiges Sitzen. Manche Kinder profitieren von kurzen Bewegungsphasen, bevor sie sich wieder einer ruhigeren Aufgabe zuwenden.

Übung: Tierbewegungen

Das Kind bewegt sich wie unterschiedliche Tiere: Es streckt sich wie eine Katze, hüpft wie ein Frosch oder schleicht langsam wie eine Schildkröte.

Anschließend wird gemeinsam wahrgenommen, wie sich der Körper anfühlt.

Das wird angesprochen: Bewegung, Körpergefühl und bewusste Pausen
AUF DAS KIND ABGESTIMMT

Was passt zu welchem Alter?

Nicht das Alter allein entscheidet, welche Übung geeignet ist. Wichtig sind auch die individuellen Fähigkeiten und Vorlieben des Kindes.

KINDERGARTENALTER

Spielerisch entdecken

Bei jüngeren Kindern eignen sich besonders kurze, fantasievolle Übungen, die mit Geschichten, Bildern oder Bewegungen verbunden werden.

Die Kinder sollen ausprobieren und wahrnehmen dürfen, ohne eine Übung perfekt ausführen zu müssen.

SCHULALTER

Eigene Strategien finden

Schulkinder können zunehmend lernen, eigene Anzeichen von Anspannung oder Ablenkung wahrzunehmen.

Gemeinsam kann überlegt werden, welche kurzen Pausen, Bewegungen oder Entspannungsmöglichkeiten ihnen persönlich guttun.

WENIGER DRUCK, MEHR ORIENTIERUNG

Nicht jede Pause muss eine Übung sein.

Auch freies Spielen, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend unverplante Zeit können wichtige Möglichkeiten zur Erholung bieten.

Wenn ein Kind müde, gereizt oder überfordert ist, kann es hilfreicher sein, zunächst die Anforderungen zu reduzieren, statt eine zusätzliche Übung durchzuführen.

Ein hilfreicher Grundsatz

Übungen dürfen angeboten werden, müssen aber nicht immer gemacht werden.

Wichtig ist, gemeinsam herauszufinden, was dem jeweiligen Kind tatsächlich hilft.

GUT ZU WISSEN

Übungen ersetzen keine individuelle Abklärung.

Die vorgestellten Ideen sind allgemeine Anregungen für den Familienalltag und keine Behandlung einer Aufmerksamkeitsstörung.

Bei ausgeprägten oder anhaltenden Schwierigkeiten ist es sinnvoll, mögliche Ursachen genauer zu betrachten und die Unterstützung entsprechend abzustimmen.

Jedes Kind braucht etwas anderes.

Was einem Kind beim Entspannen hilft, kann für ein anderes wenig passend sein. Individuelle Bedürfnisse stehen deshalb immer im Vordergrund.

INDIVIDUELLE UNTERSTÜTZUNG

Wann ist eine Abklärung sinnvoll?

Nicht jedes Kind, das unruhig oder leicht ablenkbar ist, benötigt eine psychologische Abklärung oder ein Konzentrationstraining.

Wenn Schwierigkeiten jedoch deutlich ausgeprägt sind, über längere Zeit bestehen oder den Alltag belasten, kann es hilfreich sein, die möglichen Hintergründe genauer zu betrachten.

01 AUFMERKSAMKEIT

Anhaltende Schwierigkeiten

Das Kind hat wiederholt große Schwierigkeiten, seine Aufmerksamkeit auf altersgemäße Aufgaben zu richten, Arbeitsaufträge umzusetzen oder Tätigkeiten zu Ende zu führen.

Dabei ist wichtig, in welchen Situationen die Schwierigkeiten auftreten und welche Anforderungen gestellt werden.

02 BELASTUNG

Stress und Überforderung

Aufgaben und alltägliche Anforderungen führen häufig zu Frustration, Rückzug oder Konflikten.

Das Kind wirkt möglicherweise angespannt oder verliert zunehmend das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten.

03 ENTWICKLUNG

Weitere Schwierigkeiten

Zusätzlich können beispielsweise Probleme beim Lernen, ausgeprägte Impulsivität, Ängste oder Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation beobachtet werden.

Eine differenzierte Betrachtung hilft, Zusammenhänge besser zu verstehen.

GENAUER HINSCHAUEN

Konzentrationsprobleme können unterschiedliche Ursachen haben.

Die Fähigkeit, aufmerksam bei einer Aufgabe zu bleiben, wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung des Kindes, Schlaf, emotionale Belastungen, Lernvoraussetzungen und die jeweiligen Umgebungsbedingungen.

Auch Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS können eine Rolle spielen. Aus einzelnen Verhaltensweisen lässt sich eine solche Diagnose jedoch nicht ableiten.

Eine klinisch-psychologische Diagnostik kann bei entsprechender Fragestellung helfen, Schwierigkeiten einzuordnen und passende Empfehlungen abzuleiten.

Was ist entscheidend?

Nicht nur die Frage, wie lange sich ein Kind konzentrieren kann, ist wichtig.

Entscheidend ist, wie die Schwierigkeiten entstehen, welche Auswirkungen sie haben und welche Unterstützung das Kind benötigt.

ORIENTIERUNG FÜR ELTERN

Was können Eltern als Nächstes tun?

01

Situationen beobachten

Wann fallen die Schwierigkeiten besonders auf? Bei welchen Tätigkeiten gelingt Aufmerksamkeit gut? Welche Umstände erleichtern das Lernen?

02

Mit Kindergarten oder Schule sprechen

Ein Austausch kann helfen, Beobachtungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen zusammenzutragen und mögliche Unterstützung im Alltag abzustimmen.

03

Fachliche Unterstützung in Betracht ziehen

Bei deutlichen oder belastenden Schwierigkeiten kann gemeinsam geklärt werden, ob eine diagnostische Abklärung, Beratung oder andere Unterstützungsmaßnahmen sinnvoll sind.

ENTSPANNUNG UND KONZENTRATION IN WIEN

Gemeinsam die passende Unterstützung finden

Als Klinische und Gesundheitspsychologin unterstütze ich Eltern dabei, Schwierigkeiten ihres Kindes besser zu verstehen und geeignete nächste Schritte zu finden.

Eine individuelle Förderung im Einzelsetting ist auf Anfrage und bei freien Kapazitäten möglich.

Aktuell finden keine Gruppenangebote für Entspannung und Konzentration statt.